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    Neue Ideen für selbstmusternde Garne – Teil 1

    Als die selbstmusternden Sockengarne (oder auch Printgarne) vor einigen Jahren auf den Markt kamen, lösten sie einen Riesenboom aus. Und wie die meisten anderen Stricker*innen war auch ich fasziniert. Sie sind so bunt und sie zu verstrikcen macht Spaß, weil man beim Stricken beobachten kann, wie das Muster entsteht. Wer könnte da widerstehen? Ich konnte es jedenfalls nicht, ach was, ich kann es IMMER noch nicht. Vor allen Dingen nicht, wenn ich sie im Laden liegen sehe. Und erst recht nicht, wenn sie im Angebot sind. Und so hat sich bei mir ein ziemlich großer Vorrat an diesen kunterbunten Sockenknäuelchen angesammelt.

    Aber wie mit so vielen Dingen geht es mir auch mit diesen Grnen so, dass die Attraktivität nicht mehr so recht da ist, sobald sie in meinem Lager eingezogen sind. Ich mag sie immer noch für Socken, aber ehrlich: so große Mengen an Socken brauche ich nun auch wieder nicht. aber alle anderen Sachen gefallen mir irgendwie nicht so recht aus den Mustergarnen, also war ich auf der Suche nach ein paar Ideen, was ich mit meinen bunten Knäulis sonst noch so machen kann. Das erste was mir eingefallen ist, und was viele Möglichkeiten bietet ist die Kombination mit einfarbigen Garnen. Das verteilt das Muster quasi über eine größere Fläche und wird von der Unifarbe unterbrochen. Dadurch wirken die Muster luftiger und nicht ganz so kindergartenmäßig bunt.

    Ich habe mal ein paar Probestücke gestrickt, welche ich Euch in den nächsten Tagen peu à peu vorstellen werde. Heute fangen wir mit dem allereinfachsten an:

    Kraus rechts gestrickte Farbwechselreihen

    Hier seht ihr mein Mini-Probetuch von vorne und von hinten. Ich habe ein Knäuel selbstmusterndes Sockengar und ein Knäuel pastellrosa Garn verwendet. So ein assymmtrisches Tuch kann ich mir seht gut vorstellen, vor allem, wenn man es noch durch Fransen oder durch dicke Quasten an den Ecken aufpeppt.

    Das geht so einfach zu stricken, dass man sich fast schon schämt, es aufzuschreiben:

    Mit F1: 3 Ma anschlagen.
    Reihe 1: kfb, 2 Ma re. (4 Ma)
    Reihe 2: 1 Ma re mit beiden Fäden, 3 Ma re.
    Reihe 3: Mit F2 kfb, re Ma bis zum Ende. (+ 1 Ma)
    Reihe 4: 1 Ma re mit beiden Fäden, re Ma bis zum Ende.
    Reihe 5: Mit F1 kfb, re Ma bis zum Ende. (+ 1 Ma)
    Reihe 6: 1 Ma re mit beiden Fäden, re Ma bis zum Ende.

    Die Reihen 3 bis 6 wiederholen, bis die gewünschte Tuchgröße erreicht ist.

    Abkürzungen:
    Farbe 1, Farbe 2
    kfb: knit into front and back (aus einer Masche eine linke und eine rechte Masche herausstricken – 1 Masche zugenommen)
    Ma: Masche(n)
    re: rechts

    In der nächsten Folge geht es dann ums Perlmuster – vielleicht schlagt ihr inzwischen ja schon mal ein kunterbutes Wollbergabbauprojekt an?

    Bussi

    Ingrid ♥
    Live. Knit. Love.

  • Tipps und Tricks

    Was tun, wenn er zu kurz ist …
    der Faden beim Kreuzanschlag

    Nun, wer immer jetzt über merkwürdige Suchanfragen hier gelandet ist wird enttäuscht sein: Es geht hier ums Stricken, ausschliesslich ums Stricken.

    Bestimmt geht es euch wie mir und ihr habt eure bevorzugte Methode, die Maschen anzuschlagen? MeFür mich ist das der Kreuzanschlag, oder auf Englisch Long Tail Cast-On. Das ist die Methode, die ich von meiner Mutter gelernt habe und wenn nichts anderes angegeben wird, mache ich immer den Kreuzanschlag.

    Da ich von jeher sehr fest stricke, mache ich den Anschlag über 2 Nadeln und ziehe nachher eine raus, so wird die Kante schön elastisch. Der Kreuzanschlag ist ohnehin schön stretchig, aber ich tue mich schwer, die erste Reihe abzustricken, wenn ich nur über eine Nadeln anschlage. Und tatsächlich habe ich den Anschlag auch so in gelernt, sowohl meine Mum als auch die Handarbeitslehrerin in der Schule haben es so gezeigt. Bis ich vor ca. 15 Jahren begann, im Internet über Stricken zu lesen, kam ich übrigens gar nicht auf die Idee, dass man Maschen auch ANDERS anschlagen könnte. Ich hab’s so gelernt und fertig, haha.

    Mittlerweile weiß ich es natürlich besser, für jeden Zweck gibt es eine oder mehrere Anschlagsmethoden. Vor einiger Zeit kaufte ich mir zu dem Thema sogar das ausserordentlich empfehlenswerte Nachschlagewerk „Anschlagen und Abketten – Der perfekte Start und Abschluss für jedes Strickprojekt“ von Leslie Ann Bestor und ich habe schon viele der darin gezeigeten Techniken verwendet, je nach Projekt.

    Aber dennoch liegt mir der Kreuzanschlag am Herzen, er ist immer noch meine bevorzugte Methode beim Stricken  on Pullovern und Jacken. Das einzige Problem, das hier sicher viele Strickerinnnen mit mir teilen, ist die Aschätzung der benötigten Fadenlänge. Bestimmt haben viele von euch schon dasselbe Desaster erlebt: Man muss hundert und mehr Maschen anschlagen und bei den letzten 10 stellt man fest, dass der Faden nicht reicht. Wenn euch das schon passiert ist, wisst ihr, wie es sich anfühlt – meh.

    Ihr könnt das vermeiden, indem ihr mit zwei Fäden anschlagt. Entweder nimmt man ein zweites Knäuel dazu oder man nimmt das andere Fadenende vom Arbeitsknäuel (also einmal von aussen und einmal von innen). So ist der „Schwanz“ nie zu kurz und ihr erlebt nicht gleich zu Beginn des Strickstücks die erste Frustration. Ok, man muss nachher zwei Garnenden mehr vernähen, aber für mich ist es das wert, denn nichts ist schlimmer, als schon ribbeln zu müssen, bevor man überhaupt richtig angefangen hat zu stricken.

    Hier noch ein weiterer Tipp, wenn ihr viele Maschen anschlagen müsst. Wenn ihr auch so schlecht im Zählen seid, wie ich und ständig mit der Maschenzahl durcheinander kommt, setzt Maschenmarkierer oder hängt Schlaufen aus Garnresten in regelmässigen Abständen in den Anschlag ein, z.B. alle 10 oder 20 Maschen. Das erleichtert das Zählen vor allem bei langen Anschlägen ungemein und ihr könnt die Markierer beim Abstricken der ersten Reihe ganz einfach wieder rausnehmen und fertig.

    Frohes Stricken wünscht Euch

    Ingrid